Herr der Nacht, Der Ausgelassene, Schattenklinge


Staunend blickte der reiche Kaufmann an die Wand seines Arbeitszimmers.
Dreißig Wachleute bewachten sein Anwesen, acht Hunde liefen wachsam ihre Runden.
Vier Schritt hohe Mauern umsäumten es, und Eisengitter versperrten jedes Fenster.
Und doch war dort, wo gestern noch das Kunstwerk die Wand zierte, nichts mehr geblieben.

 

1.) Der Glaube im Allgemeinen

„Wir sind die Nacht!“
– Abschlusssatz der Gebete an Olgwyn

Beschreibung:
Olgwyn, der Gott der List, des Betruges und der Gier wird oft nur im Verborgenen angebetet, denn er ist der Schutzpatron der Diebe, Einbrecher und sonstiger Halunken. Seine Gefolgsleute beherrschen die Künste der Schatten wie sonst keiner und man kann davon ausgehen, dass kein normaler Dieb seiner Priesterschaft das Wasser reichen kann. Aber nicht nur allerlei zwielichtiges Volk huldigt Olgwyn, nein auch Barden, Schauspieler und andere Künstler, denn zu seinen Einflussgebieten zählen auch Freude und Leidenschaft. Bestätigte Erscheinungen gibt es, wie sollte es auch anders sein, keine. Auch wenn ein leicht dubios wirkender Mitspieler beim Würfeln in der Taverne, der so unverschämtes Glück hat, gerne einmal unter Verdacht gerät.

Symbol:
Eine liegende Acht, als Zeichen einer Diebesmaske, darin liegend ein Dolch.

Gesinnung:
Chaotisch Neutral.

Attribute:
List, Freude, Betrug, Leidenschaft, Gier, Diebe.

Philosophie:
Da das Leben gerne mit gemeinen Wendungen aufwartet, sollte sich jeder selbst der Nächste sein. Alles geht irgendwann vorbei und man sollte mitnehmen was man bekommen kann. Und wenn das die Börse des Nebenmannes ist, dann sollte er eben nächstes Mal besser aufpassen.

 

2.) Der Glaube im Wandel

„Ist der Nachtrichter im Moment zu sprechen?“
„Ich fürchte der Herr ist ausgezogen und auf der Suche nach Blut.“
„Bei Olgwyn. glaubt er denn, jeden Ketzer im Land allein zur Strecke bringen zu müssen?
Wir sind doch keine verdammten Paladine!“
– Hohepriester Gyldan, Rg. Herrnhaag zu Priester Fulmor, Sekretär des Nachtrichters, neuzeitlich

Die Ursprünge:
Auch wenn einige Gelehrte theoretische, teils unglaubliche, Abhandlungen über die Geschichte des Gottes und seiner Anhänger verfasst haben, so bleibt die Wahrheit doch wohl nur den Eingeweihten bekannt. In manchen Manuskripten aus den „alten Orten” Albyons ist von einer „zum Wachen” verurteilten Person namens Olgwyn die Rede, die an einen bestimmten Ort gebunden war. Einige Gelehrte sind bezüglich dieser Frage der Ansicht, der alte Mann, welcher den ersten albyonischen Siedlern das Land übergab sei in Wahrheit Olgwyn gewesen und dadurch von seiner Wacht erlöst worden, aber die Eingeweihten Olgwyns verstehen es seit Jahrhunderten, einen Jeden der nicht zu ihnen gehört, vor ausgreifende Rätsel zu stellen. In der gesamten dokumentierten Geschichte Harnacs gibt es bis heute nur drei Verweise auf Personen, die sich als seine Priester ausgaben. Wen wundert es da, dass Viele die Existenz der Nachtwanderer als reine Legende abtun?

Aktuelle Situation:
Waren sie vor den Dämonenkriegen, die das Land erschütterten, eine ausgesprochen kleine Gemeinschaft, führten eben jene Kriege die Nachtwanderer an den Rand der Auslöschung. Größtenteils unbemerkt kämpften die Priester des Olgwyn Seite an Seite mit all Jenen die Harnac verteidigten. Sie wählten vielleicht nicht die Methoden der Paladine, dennoch fielen Dämonen ebenso wie Untote und Beschwörer vor ihren Klingen. Am Ende der Kriege war die Kirche auf ein Zehntel ihrer ursprünglichen Mannstärke zusammen geschrumpft. Vielleicht war es jedoch genau das, was die Kirche am Leben erhielt? Viel zu stehlen gab es im kriegsgeschundenen Harnac nicht, durch Betrug war nichts zu gewinnen. So besannen sich einige Priester darauf, den Weg der Freude und Leidenschaft zu beschreiten, um so den Überlebenden zu neuem Mut zu verhelfen. „Richte das Land wieder auf, denn nur wenn Menschen aufrecht stehen, werfen sie einen Schatten in dem du verweilen kannst“ wurde das neue Motto.
Nach der gewaltsamen Schrumpfung der Kirche ist der momentane Nachtrichter, ein beinahe zweihundert Jahre alter Halbelf und Schüler des letzten Nachtrichters, darauf bedacht, die Reihen der Kirche wieder mit zuverlässigen Mitgliedern zu füllen. Seine erste Amtsperiode begann vor vier Jahren (1008 HZR), und auch wenn der Widerstand einiger Hohepriester spürbar ist, so legt er doch an einigen Stellen recht straffe Daumenschrauben an. Unter seiner Ägide haben die Nachtwanderer ihren Fokus von der Beobachtung und Koordination deutlich weiter in Richtung Handlung verschoben, und zurzeit überlegt er, die Kirche öffentlich bekannt zu machen. Die Nachtwanderer haben ihren Nachwuchs in den letzten Jahren deutlich kämpferischer ausgewählt als in früheren Zeiten, und für harnacer Verhältnisse beachtliche Kontingente an Waffenvolk verpflichtet. Derzeit stehen acht Söldnerkompanien in den Diensten der Gemeinschaft, davon zwei auf heimatlichem Boden, eine in Albyon, die restlichen im umliegenden Ausland. Mit eiskaltem Kalkül befiehlt der Nachtrichter jeden Monat weitere Attentate, nach einem für Außenstehende vollkommen willkürlichen Muster. Er betrachtet seine Kirche als ein Werkzeug des Ausgleichs, stets bereit, Olgwyns Pendel den entscheidenden Schubs zu geben um seine Vision eines perfekten Harnac umzusetzen. Mit seinem albyonischen Amtskollegen, so munkelt man in der Führungsetage, liegt er in erbittertem Streit, und ihre Konversation soll von Monat zu Monat schärfere Töne anschlagen.

Die Zukunft:
Die harnacer Nachtwanderer sehen die Bestrebungen ihres Landes zu einem eigenständigen Herzogtum erhoben zu werden, in einem äußerst positiven Licht. Die Gemeinschaft operierte in den letzten Jahrhunderten zumeist in Form von eigenständigen Zellen, ein System, welches man auch in Zukunft beibehalten will. Die Kommunikation der einzelnen Gruppen wird jedoch stärker gefördert, um die allgemeine Effizienz zu erhöhen. Man versucht damit, Entwicklungen die zu einem erneuten Dämonenkrieg führen könnten, nicht nur vorherzusehen, sondern aktiv zu verhindern. Das Pendel ist nun lang genug auf der Seite des Bösen gewesen, nun ist eine Zeit der Prosperität der guten Seite an der Reihe. Ein hehres Ziel für eine solch zwielichtige Gemeinschaft. Die Eingeweihten erwarten jetzt schon gespannt die Wahlen zum Amt des Nachtrichters im Jahre 1018 HZR.

 

3.) Die Struktur des Glaubens

„Ein verfrühter Griff nach den Sternen.“
– Daron aus Schwarzeschingen zu seinem Lehrling Xaver, nach misslungenem Einbruch.

Die innere Rangfolge:
Die Nachtwanderer kennen eigentlich keine nominelle Führerschaft, da es kaum gemeinsame Aktivitäten gibt, die einer Abstimmung bedürfen. Bezeichnete man den Glauben als „struktur-schwach“, wäre das in vielen Gegenden noch ein Kompliment. Rein formal führt allerdings der schon erwähnte Nachtrichter die Eingeweihten, und jedes Mitglied tut gut daran seinen sporadisch eintreffenden Weisungen Folge zu leisten. Des Weiteren haben sich im Laufe der Jahrhunderte drei weitere Ränge herausgearbeitet, Hohepriester, Priester und Lehrling. Da die Nachtwanderer einen großen Wert auf Heimlichkeit legen, verzichten sie bisher auf blumige, phantasievolle oder andere hochtrabende Titel der einzelnen Ränge, wie sie in anderen Glaubensgemeinschaften üblich sind.

Der Weg nach Oben:
Anders als in den anderen Kulten sucht niemand einen Tempel auf und bittet um Aufnahme, gibt es doch in ganz Harnac nicht einen bekannten Tempel des Olgwyn. Der Dienst in der Kirche beginnt normalerweise durch eine direkte Anwerbung durch einen Priester. Es ist wenig verwunderlich, dass es sich bei den Angeworbenen zumeist um junge Straßenkinder, manchmal den Nachwuchs der bürgerlichen Mittelschicht, und selten Adels-Sprösslinge handelt. Kinder liefern ideales Arbeitsmaterial, sind sie doch zumeist noch sowohl körperlich wie auch geistig formbar. Das Training das man ihnen angedeihen lässt ist hierbei hart, und manch eine Lektion hinterließ schon Tote oder schwer Verletzte. Mit dem Schatten zu verschmelzen, sich in der Nacht als Teil des Windes zu bewegen, ungesehen zwischen Menschen zu wandeln, dies sind die Künste die man vermitteln will. Es gibt bei den Nachtwanderern keine festgelegte Lehrzeit, weswegen man ebenso einem zwölfjährigen Priester, wie einem fünfzigjährigen Lehrling begegnen kann. Entscheidend für den Fortschritt sind die eigenen Fähigkeiten. Im Laufe der Ausbildung erarbeiten sich die meisten Lehrlinge ein Spezialgebiet, sei es nun Spionage, Einbruch, Diebstahl, Betrug, musische und akrobatische Darbietungen oder auch organisatorisches und logistisches Geschick. Keine Fertigkeit ist unnötig, doch wer sich auf garkeinem Gebiet hervortut, der verlässt die Eingeweihten schneller als den Meisten lieb ist. Den glücklicheren Ausscheidern schenkt Olgwyn Vergessen, den weniger glücklichen schenken seine Priester einen gnädigen Tod. Hat sich ein Lehrling ein Gebiet oder sogar mehrere zufriedenstellend erarbeitet, so darf er sich fortan als Priester bezeichnen, und sich ein Betätigungsfeld suchen. Nur durch jahrelangen und vor allem erfolgreichen Dienst in der Gemeinschaft kann man auf den letzten Rang, den des Hohepriesters, vorrücken, dem alle untergeordneten Anhänger Olgwyns, der entsprechenden Region nach, tributpflichtig sind.

Die Gläubigen:
Unter den Gläubigen gibt es zwei relevante Strömungen. Einerseits ist Olgwyn der Gott der nächtlichen und/oder zwielichtigen Aktivitäten, Schirm- und Schutzherr von Dieben, Einbrechern, Grabräubern und anderen Tagedieben, ergo „Berufsgruppen“, die sich ihre Betätigung meist nicht ansehen lassen wollen und dementsprechend auch ihre Religion nicht offen ausleben. Zum Anderen ist Olgwyn jedoch auch der Patron der Barden, Musiker, Akrobaten, des fahrenden Volkes. Freude, Ausgelassenheit und Leidenschaft sind es, die ihn viel häufiger in den Mund der Menschen bringen, als seine übrigen Aufgabengebiete. Diese Anhänger sind es auch, die den Ruf des Gottes im Geist der Menschen aufpolieren, und so verhindern, dass man sich seiner nur im Ärger erinnert. Differenzieren muss man bei Olgwyns Anhängern am ehesten zwischen jenen in den Städten, und jenen, die das ländliche Leben vorziehen. Wo es vor den Dämonenkriegen für einen Klein-kriminellen noch schwierig war im dörflichen Umfeld Fuß zu fassen, geschweige davon das hier nur wenig Profit lag, so ist es nun durch eine noch nicht vollkommen erholte Ordnungsmacht gepaart mit dem wiedererstarkten Im- und Export zahlreicher Waren zum Teil recht ertragreich geworden, sein Leben als Straßenräuber zu verbringen und nebenbei in verlassenen Ruinen nach Schätzen zu suchen. Das noch nicht völlig rekultivierte Umland bietet jedoch auch den fahrenden Schauspielern, Künstlern oder Barden das Umfeld, dass sie für ihre Darbietungen brauchen, sind die einfachen Menschen doch dankbar für jede spaßige Ablenkung vom harten, arbeitsreichen Alltag. Dörfer als solche sind jedoch noch immer nicht der richtige Spielplatz für jene Anhänger Olgwyns, die nach Höherem streben. In den großteilig wieder errichteten Städten jedoch finden sich mehr und mehr Menschen, die sich dem Herrn der Nacht verschrieben haben. Denn hier finden sich doch nun wieder Gelegenheiten, dem zumeist nächtlichen Tagwerk nachzugehen.

Die Heiligen:
Da die Verehrung von Heiligen zumeist ein rein repräsentativer Vorgang ist, die Nachtwanderer jedoch wenig Wert auf Repräsentation legen, kennt man in dieser Kirche an sich keine Heiligen. Man richtet seine Gebete direkt an den Herrn der Nacht, da der Gedanke, sich einem Schutzheiligen zuzuwenden, der dafür bekannt wurde, völlig unentdeckt und unerkannt zu sein, in seiner Widersprüchlichkeit schon manchem ein Schmunzeln abgerungen hat.

 

4.) Die Arbeit des Glaubens

„Das hier verschwindet, das auch, das sowieso,
das hier verzögern wir um ein paar Wochen,
das hier hat er vergessen zu unterschreiben. Erledige du das doch.“
– Emilio, verborgener Priester des Olgwyn und Hauptsekretär des harnacer Protektors
Sandro dú Cuponde zu seinem Untersekretär und Lehrling Helmwart, 1009 HZR

Die Arbeit im Offenen:
Eine an sich verwirrende Überschrift für eine Glaubensgemeinschaft die in der Tendenz nie offen handelt. Beschäftigen wir uns also mit jenen Arbeiten, die im Offenen vonstattengehen, auch ohne dass eine priesterliche Hand dabei erkennbar ist. Die Nachtwanderer wenden einen guten Teil ihrer Aufmerksamkeit der Verbreitung von Freude und Kurzweil zu, und so mag es nicht verwundern, dass in manch einer Gaukler- oder Spielmannsgruppe der Glaube an Olgwyn recht offen praktiziert wird. Auch in vielen Amüsierbetrieben und Freudenhäusern wird der Herr der Nacht angebetet, oftmals um jene Form der Standfestigkeit, die Sarasena nicht auf ihre Fahnen geschrieben hat. Der an sich wichtigste Teil der quasiöffentlichen Arbeiten jedoch umfasst das Sammeln von Informationen. Manche Bettelschale, manche Kasse eines Torwächters und auch das Säckel eines Marktschreiers und Herolds wird des Öfteren von freundlicher Hand gefüllt, im Austausch für die Beobachtungen eines Tages. Olgwyns Diener sind gleichsam Überall und Nirgends anzutreffen. Im städtischen Umfeld kennt manch ein Händler, aber auch manch eine reiche Frau genau die richtige Person, die man fragen muss, wo denn die verschollene Ware, das verlorene Kunstwerk oder das verschwundene Diamantcollier, das man so schrecklich vermisst, wieder auftauchen könnte. Vermittlungsarbeit und Koordination sind wichtige Unterpunkte der halboffenen Arbeit der Glaubensgemeinschaft. Ein in den letzten Jahren wieder in Schwung gekommener Markt findet sich auch im Schutzgeldsektor. Kennt man die richtigen Personen und leitet eine entsprechende Menge Münzen in die richtige Richtung, so kann es durchaus sein, dass man von den nächtlichen Aktivitäten der Olgwyn-Gläubigen ausgespart wird. Kommt es dann dennoch einmal zu Übergriffen, so kennt man gleichsam die richtigen Personen, um Eigentumsrückführung und Repressalien durchführen zu lassen. Alles hat seinen Preis.

Die Arbeit im Verborgenen:
Jener Teil der Arbeit der Eingeweihten bildet gleichermaßen auch ihren Hauptteil und ist ein sehr weit gefasstes Feld. Informationsbeschaffung, sei es nun durch Zuträger oder durch eigene Leute dient niemals nur einem Selbstzweck, sondern bildet vielmehr den Grundstein für jede weitere Arbeit der Gläubigen. Gerade in jenen Gegenden, in denen sich Gilden, Zünfte, wie immer man sie nennen mag von Dieben und ähnlichen Subjekten gebildet haben, geschieht dies eigentlich nicht ohne direkte Einwirkung, Beobachtung und Koordination von Seiten der Nachtwanderer. Infiltration und Spionage von den tiefsten bis in die höchsten Ebenen der Gesellschaft hinein sind grundlegende Voraussetzungen für eine erfolgreiche Arbeit und werden mit Vehemenz betrieben. Bedingt durch die noch schwache Personaldecke der Glaubensgemeinschaft kann man nun nicht unbedingt an jedem Fürstenhof, jeder Adelsresidenz und jedem wichtigem Handelskontor einen Priester unterbringen, wichtig ist jedoch, das Ohr immer am Puls der Zeit zu haben. Es mag ein weit gefasstes Ziel sein, dennoch ist es erstrebenswert, über kurz oder lang gegen Alles und Jeden ein Druckmittel in der Hand zu haben. Nur für den Fall das man es tatsächlich mal brauchen sollte. Da die Nachtwanderer Olgwyns Neutralität als ein schwingendes Pendel betrachten, das mal zur guten, mal zur bösen Seite hin ausschlägt, wahrt sie auch eine gewisse Übersicht über die Aktivitäten ihrer Gläubigen. So kann es von Zeit zu Zeit vorkommen, dass einer vagabundierenden Räuberbande der Hinweis zugebracht wird, sich vielleicht ein neues Revier zu suchen. Aber ebenso kann es auch passieren, dass einem Einbrecher, der in letzter Zeit viel Gewinn einstreichen konnte, nahe gelegt wird, sich vielleicht in der nächsten Zeit eher mit dem Ausgeben als mit dem Einnehmen zu beschäftigen. Abseits von den Augen der Öffentlichkeit wird außerdem gerade jetzt nach den Dämonenkriegen ein großer Wert darauf gelegt, zumindest einige hochspezialisierte Trupps von Kämpfern entweder unter Vertrag zu bringen, oder selbst auszubilden. Sollte ein weiteres Debakel wie der große Krieg eintreten, so will man dieses Mal nicht ganz so unvorbereitet in die Situation hineingeraten, war beim letzten Mal der Blutzoll doch viel zu hoch. Abschließend bleibt zu sagen, dass sich unter den Nachtwanderern vor allem Kriminelle befinden. Wer weiß schon zu sagen, wo einer von ihnen seinen nächsten Einbruch, Diebstahl oder ähnliches durchführen wird?

Gottesdienste und Gebete:
Einen formellen Gottesdienst kennen die Nachtwanderer nicht. Einzig in diese Richtung geht die zehnjährige Versammlung der Hohepriester, während der der formale Anführer der Kirche, der Nachtrichter, gewählt wird. Auch das Fehlen öffentlicher Tempel erschwert Einblicke in die Riten der Gemeinschaft. Gebete an Olgwyn sind, von einer der möglichen rituellen Abschlussformeln abgesehen, meist recht situativ. Seine Priesterschaft ist zumeist um Unauffälligkeit bemüht, weswegen die Bitten an ihren Gott zumeist diskret in ein Gespräch eingebracht werden, oder aber nur in den Gedanken des Priesters formuliert werden. Olgwyns Schreine, die man in jeder größeren Siedlung finden wird, sind oft mit Segenswünschen und vielerlei Opfergaben bestückt. Schmuck, Geld, Nahrung, Waffen, Blut, was auch immer dem Opfernden wertvoll erschien.

 

5.) Die Eckdaten des Glaubens

„Wir sind die Nacht!“
„Unter den Augen der Schattenklinge …[Handlung einfügen].“
„Lass sein Pendel in meine Richtung schwingen.“
„Führe meine Hand, segne mein Tun, schau mit Wohlgefallen auf mich herab.“
– Traditionelle Anfänge oder Schlusssätze für Gebete an Olgwyn, unvollständige Auswahl.

Leitmotive:
„Bedenke bei deinen Handlungen stets die Konsequenzen.“
„Verbessere dich und deine Stellung, egal wie.“
„Handle wie du es für richtig hältst. Nur Untätigkeit ist falsch.“

Tempel und andere Orte:

  • Die geflickte Trommel: Der einzige halbwegs bekannten „Tempel“ Olgwyns ist eine berüchtigte Taverne in einem verrufenen Viertel Thambergs. Beim dortigen Wirt, einem schmierigen Stiernacken und ehemaligem Boxkampfmeister namens, Hobb „der Faust“ Wittgreve kann jedermann eine Nachricht abgeben, im Normalfall erreicht diese dann die passenden Stellen innerhalb der Nachtwanderer. Wer sie dort erhält bleibt allerdings ein Geheimnis. Alle, auch magische, Versuchen von Einzelpersonen oder sogar der Protektoratsverwaltung, etwas über die Eingeweihten oder deren Machenschaften vom Wirt zu erfahren sind bislang kläglich gescheitert. Langläufig geht man davon aus, dass der Mann genauso dumm ist, wie er aussieht.

Riten / Feiertage / Heilige und deren Zuständigkeiten:

  • Keine bekannten. Nichts, gar nichts.